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WZ   23.01.2006

Aus Rettungskräften werden Schauspieler

Hofmann und Lindholm holen in ihrer dritten Inszenierung am FFT Berufsfeuerwehrmänner auf die Bühne

von Sven Prange

Sie sind täglich mit Katastrophen konfrontiert, verfolgen Schicksalsschläge mit, stehen menschlichem Leid gegenüber. Sie gelten als gestandene Mannsbilder, als Helden in Uniform: Feuerwehrleute. Ab Mittwoch stehen vier von ihnen auf der Bühne der FFT-Kammerspiele, drei der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr und ein Kollege aus Köln. Dort erzählen sie, was sie in ihrem Berufsalltag erleben. „Vom Feuer“ eben. So heißt die neue Inszenierung des Duos Hofmann und Lindholm. Ein ungewöhnliches Stück mit ungewöhnlichen Akteuren auf der Bühne.

Denn nur Joachim Berger, der die Rolle eines Moderators übernimmt, ist dort wirklich beruflich zu Hause. Jan Mallmann-Kallenberg, Günter Nuth, Andreas Spieckermann und Roland Strack verdienen ihr Geld sonst in der Rettungswache oder im Feuerwehrauto. Sie zu finden, war nicht einfach. „Das war für sie nicht das Naheliegendste, in einem Theater aufzutreten“, sagt Hannah Hofmann. Noch ungewohnter war die Vorstellung für die vier Rettungskräfte, eingebettet in Fragmente großer Literatur auf der Bühne zu agieren.

Denn das werden sie. „Es wird sicher nicht so sein, dass da vier Feuerwehrmänner aus dem Nähkästchen plaudern“, erklärt Sven Lindholm. Stattdessen wird der Alltag der Retter in einige der „großen Feuer“ der Weltliteratur eingebettet. Da treffen gestandene Feuerwehrmänner auf Szenen aus „Nathan der Weise“ oder „Das Kätchen von Heilbronn“. Diese Parts übernimmt Joachim Berger. Eine Mischung aus realen Tragödien, die der Alltag entfacht, und imaginären Bühnenbränden aus der Literatur.

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Stand: 26.06.08